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Altes Chemisches Institut der Universität:
An der Meckenheimer Allee steht der
imposante Bau, in dem heute das Institut für Mikrobiologie und die
Geographischen Institute unterbracht sind. Als der Chemiker August
Wilhelm von Hofmann einen Lehrstuhl erhielt, wurde beschlossen, ein
chemisches Institut zu erbauen, das der Architekt August Dieckhoff 1864-67
errichtete und das seinerzeit das größte chemische Laboratorium der Welt war.
Die Gestaltung der Fassade folgt dem klassischen Baustil und spiegelt den
ständig wachsenden Rang der deutschen Wissenschaft wider. Im 19. und
im frühen 20. Jahrhundert waren die deutschen Chemiker führend in der Welt.
Vor dem Gebäude steht eine Statue von Justus von Liebig, der an der Universität
Bonn studierte. Als Doktorvater betreute der berühmte Chemiker Karl Wilhelm
Gottlob Kastner den jungen Justus von Liebig, und von Liebig begleitete ihn, als
Kastner nach Erlangen umzog, wo von Liebig 1822 promovierte. An der
Universität Gießen studierte August Wilhelm von Hofmann, den von Liebig
betreute und der 1841 promovierte. 1845-64 war Hofmann Direktor
des Royal College of Chemistry in London, und sein Assistent
William Henry Perkin synthetisierte um 1853 zufällig den ersten
künstlichen Farbstoff, Tyrian purple oder mauve, Anilinfarben.
Obwohl die 1864-er Berufung Hofmanns nach Bonn den Bau des
Instituts ausgelöst hatte, zog Hofmann 1865 nach Berlin um.
Aus der Entdeckung Perkins und anderen Durchbrüchen, die
hauptsächlich an deutschen Universitäten stattfanden, entstand eine
große Industriesparte, in der vom späteren 19. Jahrhundert bis zum
Ende des Zweiten Weltkriegs künstliche Anilinfarben aus Kohlenteer
und später anderen Chemikalien hergestellt wurden. Aus der Herrschaft
der deutschen Universitäten und aus dieser Branche wuchsen einige
Konzerne hervor wie Agfa, BASF (Badische Anilin- und Soda-Fabrik),
Farbwerke Hoechst und Bayer, die 1925 die Interessengemeinschaft
Farbenindustrie Aktiengesellschaft "IG Farben" gründeten.
Während der Nazizeit wurde die IG Farben in Zwangsarbeit und andere
Kriegsverbrechen verwickelt, und nach der Niederlage von 1945 beabsichtigten
die alliierten Besatzungskräfte, diese berüchtigte Interessengemeinschaft zu
demontieren. Statt einer vollständigen Demontage wurden später in der
Nachkriegszeit drei neue Konzerne, Hoechst, Bayer und BASF aus der
ehemaligen IG Farben gegründet.
On Meckenheimer Allee, the imposing building stands,
in which the Institut für Mikrobiologie (institute for microbiology)
and the Geographischen Institute (institutes for geography) are
housed. When the chemist, August Wilhelm von Hofmann, received a chair,
it was decided to construct an institute for chemistry, which the architect
August Dieckhoff built in 1864-67 and in its time was the largest chemistry
laboratory in the world. Designed according to the classical genre,
the façade reflects the continuously rising position of German science.
In the 19th and in the early 20th centuries, the German chemists were
world leaders. A statue of Justus von Liebig, who studied at the
Universität Bonn stands in front of the building. The famous
chemist, Karl Wilhelm Gottlob Kastner, supervised Justus von Liebig's
doctoral research. When Kastner moved to Erlangen, von Liebig
accompanied him and completed the doctorate there in 1822. August
Wilhelm von Hofmann studied at the Universität Gießen,
where von Liebig supervised his doctoral research. In 1841,
von Hofmann completed the doctorate. From 1845 to 1864,
Hofmann was the Director of the Royal College of Chemistry in
London; and, around 1853, his assistant, William Henry Perkin,
synthesized by accident the first artificial dye, Tyrian purple or
mauve aniline dye. Although recruiting Hofmann to come to Bonn
in 1864 was the impetus for building that institute, Hofmann moved
to Berlin in 1865. A large industry arose out of the discovery of
Perkin and other breakthroughs that primarily took place at German
universities. This industry, which operated from the late 19th century
until the end of the Second World war, produced artificial aniline
dyes from coal tar and later other chemicals. Resulting from the
dominance of the German universities and this industry, several
companies emerged such as Agfa, BASF (Badische Anilin- und Soda-Fabrik),
Farbwerke Hoechst and Bayer. In 1925, these companies founded the
Interessengemeinschaft Farbenindustrie Aktiengesellschaft
(dye industry cartel and corporation), known as "IG Farben."
During the reign of the Nazis, IG Farben was involved in forced labor
and other war crimes. After the defeat in 1945, the Allied forces of
occupation intended to dismantle this notorious cartel. Instead of
completely dismantling it, three new companies, Hoechst, Bayer,
and BASF, were founded in the post war era from the former IG Farben.
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