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Frauenkirche 1997:
Ein Gerüst steht auf der ehemals fast leeren Baustelle,
auf der die protestantische Frauenkirche lange Zeit stand. Die Ruine
wurde 1993-94 Stück für Stück enttrümmert und bildet gegenwärtig das
größte historische Wiederaufbauprojekt Deutschlands. Am 13. Februar
1945 gegen 21.45 Uhr signalisierten die Sirenen den Dresdnern, dass eine
Bomberwelle der englischen und amerikanischen Luftwaffen die Hauptstadt
Sachsens anflogen, als Domkantor Erich Schneider Mozarts
große c-Moll-Messe
an den drei Silbermann-Orgeln probte, mit denen die Frauenkirche
im 19. Jahrhundert ausgestattet wurde. Im Keller der Frauenkirche
suchten etwa dreihundert Menschen Schutz, die in letzter Sekunde aus
dem flammenden Inferno auf die Brühlsche Terrasse entkamen und
gerettet werden konnten. Nach den Angriffswellen schwächte der von
den Brandbomben verursachte Feuersturm die Bausubstanz, und
nachträglich stürzte das einst mächtige Gotteshaus am 15. Februar ein.
Nach dem Krieg interessierten sich die Kommunisten überhaupt nicht für
einen archäologischen Wiederaufbau eines ehemals berühmten Gotteshauses.
Stattdessen zogen sie es vor, eine sogenannte sozialistische Großstadt zu
erstellen. Bis zum Wiederaufbau, der nach der Wende anfing, überwucherte
Gestrüpp die vernachlässigte schwarze Ruine, die die Dresdner als Mahnmal
für eine sinnlose Zerstörung der Stadt betrachteten. Außerdem wurde die
Ruine während der Herrschaft der DDR zum Symbol für die Sehnsucht der
Menschheit nach Freiheit und Frieden.
Der Entwurf der Frauenkirche, deren Bauzeit von 1726 bis 1743 dauerte,
war das Meisterwerk des Architekten George Bähr, der 1738 vor der
Vollendung des Baus unter umstrittenen Umständen verstarb und vorher
auch Kirchen im Erzgebirge und in der Sächsischen Schweiz erbaut hatte.
Bähr basierte seinen Entwurf auf der Gestaltung einiger italienischer Kirchen,
die der Kurfürst Sachsens, August der Starke, beispielsweise in Venedig
gesehen hatten. Die Frauenkirche wurde als Zentralbau errichtet, der einen
quadratischen Grundriss von 45 x 45 Metern hatte. Eine mächtige Kuppel,
die 51 Meter in die Höhe reichte und auf der eine Flammenvase stand,
bekrönte den Zentralbau. Lange war diese jetzt berühmte, aber nicht mehr
existierende Kuppel ein Wahrzeichen Dresdens. Infolge der vielfältigen
Geschichte Dresdens und Sachsens, deren Blütezeit in den 18. und
19. Jahrhunderten lag, versinnbildlichten die Frauenkirche und ihre
Kuppel zu jener Zeit bürgerliches Selbstbewusstsein gegen den
Machtanspruch von Hof und Obrigkeit. Gegenwärtig symbolisiert die
Baustelle den Stolz der Dresdner Bürger und den Willen zur Selbstbestimmung.
In London fertigten britische Handwerker das neue Kuppel-Kreuz nach den
alten Plänen an, und die Briten schenkten es den Deutschen als
Zeichen der Versöhnung.
A scaffold stands on the formerly nearly empty construction site,
on which for a long time, the Protestant Frauenkirche
(Church of Our Lady) stood. In 1993-94, identifiable pieces of
sandstone were separated out from the rubble, and presently these
ruins constitute the largest historical rebuilding project in Germany.
On February 13, 1945, around 11:45 PM, the sirens signaled to the
residents of Dresden that a wave of bombers of the English and
American air forces approached the capital of Saxony, while the
cathedral choirmaster Erich Schneider practiced Mozart's Mass
in c-Minor on the three Silbermann organs, with which the
Frauenkirche was equipped in the 19th century. In the
cellar of the Frauenkirche, approximately 300 people
sought protection. In the last moment, they escaped from the
roaring inferno onto the Brühlsche Terrasse, and
could be rescued. After the waves of attack, the fire storm, caused
by the incendiary bombs, weakened the structure; and, subsequently,
on February 15, the once powerful church collapsed. After the war,
the Communists had absolutely no interest in the archaeological
rebuilding of a formerly famous church. Until the rebuilding that
started after the reunification, weeds overgrew the neglected
blackened ruins, which the residents of Dresden considered as a
memorial for the senseless destruction of the city. Moreover,
during the reign of the GDR, the ruins became a symbol for the
yearning of the people for freedom and peace.
The design of the Frauenkirche, whose construction period
lasted from 1726 to 1743, was the masterwork of the architect,
George Bähr. He died under controversial circumstances in 1738,
before the completion of the construction. Previously Bähr had built
churches in the Erzgebirge and in the
Sächsischen Schweiz. Bähr based his design on the
design of several Italian churches, which the prince elector of
Saxony, August der Starke (August the Strong), had
seen for example in Venice.
The Frauenkirche was constructed as a central building,
which had a square ground plan of 45 x 45 meters. A powerful
cupola surmounted the central building. It reached a height of 51
meters, and a Flammenvase (vase of flames) stood on the
cupola. The now-famous but no-longer-existing cupola was for a
long time an emblem of Dresden. As a result of the diverse history
of Dresden and Saxony, which bloomed in the 18th and 19th centuries,
the Frauenkirche and its cupola symbolized at that time the
self-confidence of the middle class against the claims of power of the
court and authority. Presently the construction site symbolizes the
pride of Dresden's citizens and the will for self-determination.
In London, British tradesmen made a new cupola according to the
old plans, and the British gave it as a gift to the Germans as a
symbol of reconciliation.
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